"Kleiner"

Der Kleiner - der war ich schon immer. Klar, ich war das dritte Kind, der Jüngste, da musste ich „der Kleine“ sein. So wurde ich auch lange genannt. Besonders ulkig war es, wenn meine große Schwester (die 'ne Ecke kleiner ist als ich), sich auf die Zehnspitzen stellen musste, damit sie mir gerade in die Augen sehen kann, um mich dann mit „Na, Kleiner“ daran zu erinnern, dass sie schließlich die Ältere ist. Es hatte viele Vorteile „Kleiner“ zu sein – man hatte ja die Großen, die konnten Vieles einfach besser – dann musste ich es nicht tun. Doch als „Hühnerstall-Mann“ war ich reichlich unzufrieden, denn ich schielte nach den vielen Möglichkeiten, die ich eigentlich gehabt hätte – nur sie anzupacken, wagte ich oft nicht. Schließlich hatte ich es ja auch nicht so recht gelernt und jeder Versuch könnte ja scheitern – das wollte ich auf keinen Fall! Aber irgendwann kam der Punkt, wo ich ja zur Verantwortung sagen wollte. Das war für mich ein echter Lernprozess. Unter anderem durch diese Geschichte, ist mir klar geworden: Wie lange will ich mich eigentlich noch hinter diesem „Kleinen“ verstecken? Will ich nur im „Hühnerstall“ meines Lebens bleiben und traurig und sehnsüchtig nach dem Adler am Himmel schauen? Oder bringe ich den Mut auf, mein Leben so zu gestalten, wie ich es als verantwortungsbewusster Mann kann! Dass Gott mir Gaben gegeben hat, das wusste ich, daran fehlte es nicht. Zu ihnen zu stehen, sie selbstbewusst einzusetzen und auch die Freude zu erleben, wie Gott Gelingen schenkt – das hat mein Leben sehr verändert. Ich kann nur jedem Leser wünschen, im Anklang an dieses Buch für sich selbst zu überlegen, was der nächste Schritt sein könnte – heraus aus dem „Hühnerstall-Alltag“, hin zu einem „Adlerflug“!

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